Tracklist:
1. 125, Pt. 1 (The Bio)
1. 125, Pt. 1 (The Bio)
2. Brooklyn Remix feat Big Daddy Kane, Cashmere, Maino & Solomon
3. Caught Up
3. Caught Up
4. Night in My P's feat Big Noyd
5. 125, Pt. 2 (Fresh Air)
6. Hip Hop
7. Modern Day Slavery feat Immortal Technique
8. 125, Pt. 3 (Connections) feat Gab Gotcha, Grafh, Ras Kass & Stimuli
9. BQE feat Lord Black & Alex "BQE" Santiago
10. Block Royal
9. BQE feat Lord Black & Alex "BQE" Santiago
10. Block Royal
11. Latino feat La Bruja
12. Keep on Callin' feat Akon
13. Time Is Money feat Styles P
14. Brooklyn Bullshit
14. Brooklyn Bullshit
15. 125, Pt. 4 (Finale)
Release: 24. April 2007
Label: KOCH
Release: 24. April 2007
Label: KOCH
Joell Ortiz war einer unter vielen. Die Rede ist von Mixtape-Artists aus der New Yorker Szene, die sogenannte "New Generation". Was ihn jetz vom Rest unterscheidet: er hat einen Deal bei Aftermath an Land gezogen. Und bevor er sein Major-Debut veröffentlicht, kommt im Jahre 2007 erst mal ein Street-Album mit dem Namen "The Brick" über Indie-Label KOCH.
Bei Street-, Pre- oder Mixtape-Album sollte man aufpassen. Oftmals ist diese Vorsilbe die Entschuldigung für den Mist den die Artists dann abliefern. Doch Joell denkt da wohl anders.
Denn das Album fängt gleich ganz ohne Intro mit "125 pt. 1 (The bio)" an, Teil 1 von 4. In jenem geht es folglich um seine eigene Bio, erzählt aus der dritten Person. Zum Teil sehr originelle Lyrics, großartig rumpelnder Beat, großartiger Einstieg. "In through the nose, out through the mouth / Not worryin' bout his competition radio clout" ... "He's the difference between artists and rappers / Artists draw hits, rappers take flicks" ... "KRS responded with one word: "damn" / The cypher's complete once he shake rakim hand / He a one man movement / General, coronel, seargent, major, private and them youngin's on the front lines shootin'".
Auch der Remix von "Brooklyn" mit Altmeister Big Daddy Kane, Maino, Cashmere und Solomon kann überzeugen, die "Brooklyn"-Rufe im Hintergrund und die unterschiedlichen Rapper aus NY's größtem Borough lassen hier keinen Platz für Langeweile. In "Caught up" ist Mr. Ortiz wieder alleine zu hören. Und gleich das gesprochene Intro macht klar, dass hier keine Glorifizierung des Everday-Hustle betrieben wird. "Hear these lil dudes out there gloryfying the hustle. Real funny to me. That just brang me to a conclusion. It's either one of two things: one, these lil niggaz is stupid, or two, they not hustlin' ... I'll let you tell it". Dank starken Beats auch hier wieder ein gelungenes Teil.
Ein Big Noyd-Feature erwartet den erfreuten Hörer auf "Night in my P's", bei dem Joell und Noyd mit gekonnter Wortakrobatik durch ihre Viertel führen, und das natürlich nachts. Part 2 der 125-Reihe nennt sich "125 pt. 2 (Fresh air)", und dieser gehört mit Part 1 auch zu den bis jetzt besten Tracks. Wieder sehr gutes Story-Telling und ein Beat wie er schöner nicht sein könnte.
Nicht mal Zeit zum Luftholen bleibt, bevor die Single und wohl auch bester Track des Albums beginnt, mit dem treffenden Namen "Hip Hop". Wieder leitet ein Satz von Joell den Track ein. "Yo do me a favor. Accidentally step on your white sunglasses. We don't wear those over here. This is Hip Hop. This is Carhartt jackets, Timberland boots unlaced. This is Champion hoodies, chicken wings and french fries; R.I.P pieces on the handball court. This is us still fighting police brutality.This is Hip Hop! " ... weiter seine erste Line: "I ain't tryin' to bring New York back / I'm just a breath of fresh air / That good ol' New York Rap". Solche Lyrics lassen das Herz höher schlagen, und da der Beat auch noch ein richtiges Juwel ist, kann der Track locker wochenlang auf heavy rotation laufen.
Wer gedacht hätte, das Album schaltet jetz erst mal einen Gang zurück: schwer getäuscht! Joell schafft es doch tatsächlich, ein Brett nachzulegen, dass seine Vorgänger fast noch toppt. "Modern day slavery" heißt das Stück, und wer würde sich hier besser machen als Prediger Immortal Technique persönlich? Die Raps auf jeden fall spielen sich hier auf hohem Niveau ab, und Joell zeigt, dass er seinem Feature (fast) ebenbürtig ist. Und dazu ein weiteres Monster von einem Beat. Der nächste Höhepunkt wartet jedoch schon. "125 pt. 3" wartet mit Acts wie Ras Kass oder Grafh auf. Anscheinend hat Joell noch ein paar göttliche Beats für sein Major-Debut übrig, denn die Hammer-Beats verscheuert er hier wie 50 Cent Disses gegen jegliche Artists, die ihm in den Sinn kommen. Ein weiteres Feuerwerk wird hier von den insgesamt 5 MCs veranstaltet.
Anschließend kommt zwar nicht die zu erwartende Ruhepause, die irgendwann zu erwarten gewesen wäre, aber das Album schaltet wenigstens einen halben Gang runter. Alchemist steuert zu "BQE" zwar einen sehr guten Beat bei, und auch Joell Ortiz gibt volle 100%, doch die Kette der Highlights hat ein Ende, BQE ist knapp drunter. Selbiges lässt sich zu "Black royal" sagen, das ebenfalls haarscharf am richtigen Banger vorbeischrammt, aber trotzdem noch verdammt gut bleibt.
Zu erwarten war irgendwann ein Track wie "Latino", Hymne eben auf die Hispanics, die zwar keine neuen Aussagen bringt, aber Altes in sehr gute Rhymes verpackt, und mit Top-Hook aufwarten kann. Etwas gestört wird das Album von "Keep on callin'", das eigentlich von Akon und P. Money stammt. Trotzdem war der Beat schon immer sehr gelungen, und schon immer war es einer der Tracks auf denen Akon glänzen konnte. Somit bleibt das Niveau weiter hoch. Das tut es auch weiterhin mit Styles P und "Time is money", auch wenn hier wohl der schwächste Track vorliegt, allein deshalb, weil er am wenigsten Wiedererkennungswert hat.
Wieder sehr gut wird das Album mit "Brooklyn bullshit". Joell Ortiz wird zum Komiker. "So what, it's the second day I wore these jeans /I was chilling yesterday, they don't stink, ya'mean?" Und ein sehr entspanntes "125 pt. 4 (Finale)" gibt den gelungenen Ausstieg aus einem gelungenen Album.
Fazit: Was für ein bombiges Street-Album. Joell Ortiz zeigt was er kann, besser kann man sich nicht präsentieren. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Major-Release noch besser wird und dass es nicht mit Mainstream-Geduduel vollgestopft ist. Aber hier liefert Joell Ortiz eines der besten Alben aus New York des Jahres 2007.
Gesamtwertung: 8.4 / 10

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