Sonntag, 28. Oktober 2007

C-Rayz Walz & Parallel Thought - Chorus Rhyme


Tracklist:
01. Intro
02. Chorus I
03. Chorus II
04. Chorus III (Feat Trinity)
05. Chorus IV
06. Chorus V (Feat Vast Aire)
07. Chorus VI Legacy
08. Leo Chorus
09. Vomit Chorus (Feat MF Doom)
10. Chorus Collection (Feat Levi, Hykoo, Messiah-J, iCON The Mic King, Kwote Scriptures, MC Caness, Wordsworth, Karniege, Double AB, Dusted Dons, Tame One, Glock Rockwell, R.A. The Rugged Man, Stahhr The Femcee, L.I.F.E. Long, Sha-Dula, Marq Spekt, Thirstin Howl III, Klu Sheisty, Sean Price, Swave Sevah, Poison Pen, Chan, MC Unknown, Kosher Dill, Block McCloud, Many Styles, Omega Moon & Immortal Technique)
11. DJ Chorus (Feat DJ Ruffneck, Turntable Anhilists & DJ JS-1)

Release: 27. Juli 2007
Label: Urchin Studios



C-Rayz Walz schlägt im Jahr 2007 gleich mehrfach zu. So begann sein Output-Schwall mit Teil 1 einer Trilogie, "The Dropping". Fast ein halbes Jahr später kommt zusammen mit Producer Sharkey ein Nebenprojekt namens Monster Maker auf den Markt, zeitgleich mit Teil 2 der Trilogie, welcher sich "Chorus Rhyme" nennt. Hierfür tut sich C-Rayz Walz mit dem Gespann Parallel Thought zusammen, die sich für die komplette Produktion auf dem Album verantwortlich zeigen.

Parallel Thought zeigen sich der Atmosphäre dieses Albums äußerst zuträglich, können ihre harmonischen, oft mit Samples unterlegten Beats doch einen gelungenen Bogen zwischen Street-Sound und Soul-Einflüssen schaffen. Schon das Intro, welches im Übrigen als einziges nicht den Term "Chorus" im Titel trägt, besticht mit einem großen Aufgebot an Inrtumenten, die ein Soul-Sample an die perfekte Stelle rücken. Nach diesem Intrumental folgt "Chorus I", bei dem trockene Snare-Drums auf eine Gitarre stoßen, was einen astreinen Beat abliefert, den C-Rayz Walz mit seinen Raps beehrt. Denn egal wie einem seine früheren Alben gefallen haben, man kann dem Mann sein unglaubliches Rap-Talent und seine köstlichen Lines nicht absprechen.
In ähnlichem Gewand schließt sich "Chorus II" an. Es fällt auf, dass Drum und Knowledge bei den Beat sehr häufig auf Saiten- bzw. Zupfinstrumente zurückgreifen, was jedoch immer im Endergebnis einen starken Beat liefert, so wie auch bei "Chrous III" mit Vordul Mega und 4th Pyramid, welche zusammen mit C-Rayz Walz Trinity bilden. Besonders glänzen kann C-Rayz Walz jedoch alleine, wenn er besonders gute und markante Beats wie auf "Chorus IV" geliefert bekommt. Doch auch zusammen mit Vast Aire, auf dem streicher-lastigen "Chorus V", oder dem temporeichen, nach vorne preschenden "Chorus VI" (welches im Übrigen über einen großartigen Chorus verfügt) ist C-Rayz Walz absolut souverän.
Auf "Leo chorus" stich ein traumhaftes Voice-Sample hervor, was diesen an sich schon eleganten Beat zu einem der besten Stücke des Albums macht. Darauf lässt C-Rayz Walz eine ganze Reihe von durchdachten, genialen Rhymes, ab. "I'm not a human being, I'm a human doing", "My verse is pregnant, with so much contraction, I'mma give birth to a segment" oder auch "They cut off your mind when you work with your hands / When you work with your mind, they cut off your hands". Auch wenn der etwas monotone "Vomit chorus" wohl sicher so gewollt ist, ist er doch minimal schlechter als der sich auf einer riesigen Sound-Wiese austollende Rest des Albums. Nichtsdestotrotz ist Doom's Auftritt, in etwa so monoton wie der Beat, große Klasse.
Damit wär das Album bei seinem einmaligsten Track. "Chorus collection" beinhaltet Rhymes von sagenhaften 30 MCs und dauert 15 Minuten. Nennenswerte Gäste wären Immortal Technique (allerletzter Rhyme), Sean Price, R.A. The Rugged Man oder Wordsworth. Ausgesprochen gewagtes Experiment, doch dieses Stück wird wohl in die HipHop-Geschichtsbücher eingehen. Für einen solchen Track bedarf es eines wirklich starken Beats, der die Rhymes auch die ganze Zeit trägt. Und das schafft dieser Beat, in dem abwechselnd simple Drums, schmetternde Fanfaren und dann ein Piano den Ton angeben. Eine einzigartige Zusammenkunft von den unterschiedlichsten Rappern, um dem Mainstream eine Bombe vor die Füße zu legen, die ganz ohne Chorus auskommt; C-Rayz selbst bringt es mit seiner Umschreibung des Chorus auf den Punkt: "It's what you need to catch fish with / The Candyman's weapon of choice, Peter Pan's arch nemesis / Just don't let me connect one to your cheek / Cause if I do, you'll tongue kiss your teeth for a week". Auch wenn man bei 5 Minuten gedanklich abschweifen mag um dann bei 7 Minuten zu bemerken, dass immernoch von den verschiedensten Talenten gespittet wird, ist es gerade diese Vielfalt an Styles, die den Track seine volle Spielzeit trägt und auch nicht langweilig werden lässt. Ein wahrer Dinosaurier.
Abschließend gibt es für die Turntablists einen "DJ chorus", der mit Scratches von 3 Gästen gesegnet ist und wie schon der Rest des Albums sehr fein geraten ist.


Fazit:
Auch wenn hinter Walz' Aussagen keine großen Zusammenhänge bestehen, ist es doch eine Freude, diesem Mann bei seiner Leidenschaft zuzuhören. Vor allem auf diesem, verschiedenste Sound-Gefilde, durchfliegenden Beat-Teppich. "Chorus Rhyme" als Album kann auf ganzer Länge überzeugen, und bleibt auch definitiv im Gedächtnis hängen. Das setzt Hoffnungen in Part 3 der Trilogie.

Gesamtwertung: 8.2 / 10

Keine Kommentare: