Montag, 22. Oktober 2007

Army Of The Pharaohs - Jedi Mind Tricks Presents: Ritual Of Battle



Tracklist:
01. Swords Drawn (Chief Kamachi / Demoz / Planetary / Esoteric / Reef The Lost Cauze / Celph Titled)
02. Time To Rock (Celph Titled / Demoz / Vinnie Paz)
03. Dump The Clip (Planetary / Esoteric / Celph Titled)
04. Black Christmas (Planetary / Doap Nixon / Des Devious / Demoz / King Magnetic / Vinnie Paz)
05. Blue Steel (Vinnie Paz / Jus Allah)
06. Gun Ballad (Chief Kamachi / Demoz / Vinnie Paz / Doap Nixon)
07. Strike Back (Planetary / Demoz / King Syze / Esoteric / Vinnie Paz)
08. Frontline (Doap Nixon / Vinnie Paz / Planetary / King Syze / Demoz)
09. Through Blood By Thunder (Chief Kamachi / Crypt The Warchild / Demoz / Vinnie Paz / Jus Allah)
10. Murda Murda (Crypt The Warchild / Des Devious / Celph Titled)
11. Bloody Tears (Planetary / Doap Nixon / Demoz / Vinnie Paz)
12. Seven (Planetary / Chief Kamachi / King Syze / Reef The Lost Cauze / Doap Nixon / Demoz / Celph Titled / Vinnie Paz)
13. Drama Theme (Jus Allah / Chieft Kamachi / Vinnie Paz / Doap Nixon / Celph Titled / King Magnetic / Demoz)
14. Pages In Blood (Vinnie Paz / Demoz / Chief Kamachi)
15. D And D (Des Devious / Demoz)
16. Don't Cry (Doap Nixon / Planetary / Demoz / Vinnie Paz)
Release: 25. September 2007
Label: Babygrande



Nachdem Vinnie Paz sie 1998 ins Leben rief, veröffentlichte die Army Of The Pharaohs 2006 ihr Debut-Album "The Torture Papers", auf dem das beste aus Philadelphia durch düsteren, harten, kompromisslosen Sound und durch die verschiedensten Styles Akzente setzen konnte. Dies soll sich nun wiederholen. Und schon das Cover von "Ritual Of Battle" stellt klar: hier gibt es keine halben Sachen. Außer denen die von der AOTP persönlich zweigeteilt wurden.

"The Torture Papers" wurde seinerzeits von dem Bomben-Track schlechthin, "Battle cry", eingeleitet. Um diesem gleichzukommen, kann man schon einiges erwarten. Und die ATOP haben nicht vor, hier mit weniger als einem Kracher einzusteigen. "Swords drawn" lässt schon vom Namen her ahnen, dass hier schwere Kost wartet. Dem ist auch so. Auf Glockenspiel und um so dumpfere Drums rappen sich die 6 MCs in jegliche Gehörgänge, vor allem Chief Kamachi und Celph Titled machen als Nummer 1 und 6 die besten Vorstellungen, da sie ihre dunklen Stimmen voll zur Geltung bringen können.
Weiter macht "Time to rock", in dem es Samples früherer AOTP-Lines hagelt, und trotz weiterer starkes Raps von allen 3 hier vertretenen MCs geht dieser Song leicht unter, vor allem verglichen mit dem folgenden Track. Denn dieser übertrifft den Opener gleich noch um ein Stück. "Dump the clip" hat eine Granate von einem Beat, für den sich Esoteric verantwortlich zeigt, und liefert dem Hörer auch astreine Raps, vor allem wieder von Celph Titled: "I can't see y'all from where I'm at/ I like the smell of napalm in the morning while I'm eating my apple jacks" .
Das Album geht weiter seinen Weg, und der führt zum "Black christmas", einem weiteren starken Track, auf dem wieder 6 MCs ihre Bars zum besten geben, von denen vor allem King Magnetic einen positiven Nachgeschmack hinterlässt. Neuzugang bei den AOTP, Jus Allah, der alles andere als neu in der Szene ist, bekommt seinen ersten Auftritt zusammen mit Vinnie Paz auf "Blue steel", produziert von Vanderslice. Auch wenn eben der Beat hier nicht zu den besten gehört, darf man sich doch an den rauhen, und immer-grimmigen Raps von Jus Allah erfreuen.
Das Album schwingt sich nun zu einer Reihe von Monster-Tracks auf, angefangen mit "Gun ballad". Der dänische Produzuent Sicknature, zusammen mit Ill Bill, schustert den Beat, auf dass er sogleich von Chief Kamachi und Co. wieder zerlegt wird. "This is a gun ballad, motherfucker get lost / AOTP, every member is a boss" wird sich im Refrain selbst gehuldigt.
Zwar mit weniger Power, dafür mit einer unglaublich Coolness, ertönt "Strike back", das von seinem altbekannten Sample in Verbindung mit einem genialen Piano lebt. Hier kann Vinnie Paz gegenüber seinen Kollegen glänzen, er liefert den besten Rap-Beitrag zu diesem klasse Song.
Was "Strike back" an Power und Kraft gefehlt hat, bringt "Frontline" doppelt und dreifach mit. Unglaublich, was Aktone hier für einen Beat aus dem Boden gestampft hat, pompösere Hörner sind schwer vorstellbar. Diese werden mit energischen Streichern im Hintergrund gekoppelt, und auf diesen bombastischen Beat passt keiner besser als Vinnie Paz, der hier mit seiner Raspel-Stimme goldrichtig liegt. Doch auch die anderen Rapper liefern hier Top-Leistung und machen das Stück zum besten des Albums.
Es geht düster weiter. "Through blood by thunder" bedient sich ebenfalls eines Arsenals an Streichinstrumenten, die über eine drohende Atmosphäre Chief Kamachi's düsteren Raps Untertan sind. Nicht weniger gefährlich klingt "Murda murda", für das Esoteric verantwortlich ist. Es ändert sich auch nichts, wenn die erste Single des Albums, "Bloody tears", beginnt. Über ein Piano und die von Vinnie gerufene Aufforderung: "Die, motherfucker die!" ertönen die gewohnt guten Raps von Planetary, Doap Nixon, Demoz und Vinnie Paz selbst.
Anschließend wartet der nächste Höhepunkt. "Seven" ist eine Zusammenarbeit von Ill Bill und Sicknature, und bietet als 6-minütiges Monster Platz für 8 MCs. Was aber auf keinen Fall langweilig wird, dafür sorgen der hypnotisierende Beat und die starken Rap-Parts. FürAOTP typische Orgelklänge gibt es auf "Drama theme", auf dem sich u.a. Jus Allah und Chief Kamachi die Ehre geben.
Erster Track mit Non-HipHop-Beat wäre dann "Pages in blood", der für den gewöhnlichen HipHop-Hörer eher ein Fall für die Skip-Taste ist. Der ein oder andere wird wohl Gefallen daran finden, doch dieses Werk hätte man sich sparen können. Vor allem da Des Devious und Demoz auf "D and D" wieder solide Leistung bringen, die ganz ohne Metal(so wie im Vorgänger)-Einflüsse auskommen.
Ein echter Diamant wird dem Hörer mit dem finalen "Don't cry" mit auf den Weg gegeben. Wieder ist es ein Piano, das die Melodie spielt, nur die Stimmung die mit dem Sample und den dreckigen Sounds einer verkratzten Schallplatte aufkommt, ist einmalig auf diesem Album. Großartiges Ende.


Fazit:
"Ritual Of Battle" muss sich sicherlich nicht vor dem Debut-Album verstecken. Vor allem die Anzahl an Hochkarätern ist hier noch höher. Dass auch ein Aussetzer und auch ein oder zwei Tracks die nach einiger Zeit langweilig werden mit am Start sind, stört nicht groß. AOTP bleiben bei ihrem Konzept und liefern als eine der wenigen verbleibenden Artists den harten Street-Sound für den die Ost-Küste berühmt wurde, gemischt mit ihrer ganz persönlich Philly-Note. Was der Army ebenfalls zugute kommt ist ein Raster an MCs, das sogut wie keine Schwachstellen aufweist. Egal ob alte Hasen wie Jus Allah oder Vinnie Paz, einer starken zweiten Reihe wie beispielsweise Outerspace, oder neueren Artists wie Demoz. Das verschmerzt auch die Tatsache, dass Apathy nicht mehr mit von der Partie ist.

Gesamtwertung: 8.0 / 10


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