Samstag, 27. Oktober 2007

Killa Sha - God Walk On Water



Tracklist:
01. Intro
02. Nourishment
03. Air
04. Deep Thoughts
05. Unbroken
06. One Hand Wash The Other feat. Tragedy Khadafi & Trife Da God
07. A Thing Called Love
08. Work The Plan feat. Havoc
09. Tune Of Life
10. Piff feat. ACD
11. Front Lines feat. Large Professor
12. Maskaraid
13. Come On
14. Cash
15. Mr Ni-Eve feat. Dressa
16. Stick & Move feat. Born Unique & Ill Bill
17. Un-Believable

Release: 23. Oktober 2007
Label: Money Maker Recordings



Mit Killa Sha veröffentlicht ein talentierter MC aus QB sein längst überfälliges Solo-Debut. Kann dieser Man doch auf eine beachtliche Reihe von Feature-Auftritten zurückblicken, unter anderem auf dem JMT-Klassiker "Violent By Design". Und auch ohne Album erinnert man sich an den Kerl, was nicht zuletzt an seiner sehr markanten Stimme liegt, die zugleich hoch aber auch rau ist. Diese Kombination hat schon seit Anbeginn seiner Karriere ein Solo Album gefordert, das nun in Form von "God Walk On Water" endlich auf den Markt kommt.

Doch das Album kommt in Zeiten, in denen die Queensbridge, gebeutelt von etlichen Misständen, den Großteil ihres Glanzes verloren hat. Mobb Deep stecken tief in 50 Cent's Hinterteil, Nas unterschreibt bei Def Jam und N.O.R.E. frönt dem Reggaetone. Verkehrte Welt. Letzter Lichtblick war das Urgestein Tragedy Khadafi, der auf seinem Album auch ein hervorragendes Feature von Killa Sha zu bieten hatte.
Und der will mit diesem Album beweisen, dass er es Tragedy gleichtun kann. Und so startet er auch. Er kombiniert, wie auf Tragedy, Thug-Rhymes mit Street-Poetry, und packt zum ganzen dann noch, gemäß des Album-Titels, einen Tick religiöse Themen hinzu. Das Intro leitet fließend den ersten Track, "Nourishment", ein. Dieses ist, anstatt des Refrains, von einem Sample geschwängert. "You know brohters and sisters, God is an old god. And the world is an old world. The universe has been here long time. I think all of you will agree that the universe has been here longer than 2000 years. And you'll also agree that the universe was made by god himself"..."God wouldn't have done all of this, and not given people a religion". Die logische Argumentationsreihe lässt sich zwar schwer in Frage stellen, doch der Sound, den Sha hier zu bieten hat, empfängt der QB-Fan mit offenen Armen.
Auch das entspannte "Air", das ein verhaltenes Voice Sample beinhaltet, eine Piano Line für Melodie, und behutsam im Hintergrund gehaltene Drums, gefällt sofort. Mit "Deep thoughts" liefert Sha dann ein weitaus aggressiveres Stück, welches voll und ganz gelungen ist. "The god go for more, never settle for less / Deep thoughts make my mind progress". Das darauffolgende "Unbroken" sollte zwar schon bekannt sein, u.a. als Cormega's "A thin line", doch es macht verdammt Spaß, dem hungrigen Sha dabei zuzuhören, wie er Large Pro's wuchitgen Beat zerlegt.
Um auf Tragedy Khadafi zurückzukommen: Nachdem Sha einen Auftritt auf seinem Album hatte, dreht er den Spieß um und holt Tragedy zu sich aufs Album, ganz nach dem Motto "One hand wash the other". Außerdem gibt es noch Trife Da God aus dem Wu-Tang Umfeld zu hören, was diese Combo zu einem Highlight macht, denn auch J-Love's Beat ist erste Sahne. Dass Ayatollah sehr viel Soul in seine Beats packt, ist bekannt. So ist auch "A thing called love" neben seinen Snares mit einem Sample und Streichmusik-Unterlegung ausgestattet, wobei Killa Sha auf diese ruhige Stimmung eine sehr gute Figur macht.
Mobb Deep's Havoc ist mit einem Beat und einem Feature mit von der Partie, und beweist auf "Work the plan", dass er immer noch starke Produktionen von sich geben kann. Rated R's Beat zu "Tune of life" ist sehr von Streichern dominiert, die Sha's bedachten Raps eine solide Grundlage sichern. Das Album bahnt sich weiter seinen Weg, auf dem "The piff" mit den QB-Kollegen ACD und das etwas gewöhnungsbedürftige "Front lines" mit und von Large Professor liegen.
Nach diesen guten, wenn auch nicht übermäßigen Tracks, kommt der absolute Überbrenner des Albums. Jewelz Polaar packt für "Maskaraid" noch mehr Soul aus als Ayatollah. Dieser unglaubliche Beat kombiniert mit Sha's schmutzigen Raps und erstaunlich guten Rhymes kreiert einen grandiosen Song, bei dem man Ewigkeiten in einer Repeat-Schleife hängen bleiben kann. Der Folgetrack, Large Pro's "Come on", lässt sich zwar wieder unter "solide" zusammenfassen, geht aber auch gut durch.
Für "Cash" liefert Jewelz Polaar wieder einen starken Beat, der sich im typischen Eastcoast-Gewand zeigt. Ebenso gelungen ist "Mr Ni-Eve", welches, wie schon so mancher Track auf dem Album, eher die softere Schiene fährt, dank eines astreinen Instrumentals jedoch ebenfalls nur positiv auffällt. Wenn Born Unique und Ill Bill auf einem Track die Gäste sind, kann man davon ausgehen, dass es nicht ganz so weich zugeht, was auch hier zutrifft. "Stick & move" lebt von dem Sound einer sich in den Lauf schiebenden Kugl, Polizeisirenen und schweren Snare-Drums. Dazu die Raps von 3 rauen Kehlen machen diesen Track zum Genuss.
Der letzte Track, "Un-believable", wirft den Hörer in einen elektronischen Sound-Sumpf, über dem Killa Sha zusammen mit einem Jay-Z-Sample thront. Gelungener Abschluss.


Fazit:
Dieses Album ist ein Segen für alle Fans von EastCoast-Sound und speziell Fans der Queensbridge. Kein wirklich übermäßiges Album, doch einfach der durchgehend starke QB-Sound wird hier praktiziert. Etwas anderes erwartet man auch gar nicht von Killa Sha. Diese positiven Impulse aus QB gibt es heutzutage viel zu selten.

Gesamtwertung: 7.9 / 10


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