Sonntag, 28. Oktober 2007

Smif-N-Wessun - Reloaded



Tracklist:
01 Reloaded
02 The Truth
03 My Timbz Do Work feat Heltah Skeltah
04 Gunn Rap
05 Tools of the Trade
06 Sick Em Son
07 War
08 Warrior'z Heart (Gangbang) feat Dead Prez
09 Here I Stand (The Streets Been Good To Me)
10 City of Godz feat Buckshot
11 U Undastand Me feat Starang & Tony Touch
12 Get Back feat The Boot Camp Click
13 A Hustlers Prayer
14 PNC Boyz
15 We Came Up (Crystal Stair) feat Talib Kweli

Release: 13. September 2005
Label:
Duck Down



Mit Smif-N-Wessun schließt Duck Down seinen Rundumschlag ab, "Reloaded" ist Part 3 der Triple Threat-Reihe und bedeutet auch für Tek und Steele ein Comeback. Nach ihrem Namenswechsel zu Cocoa Brovaz releasen sie jetzt wieder unter ihrem originalen Namen. Die Fans dürfen sich unter anderem auf Produktionen der Beatminerz und Justus-League Beatbastler Khrysis freuen.

Das Album geht gleich zu Beginn in die Vollen, mit dem Titeltrack "Reloaded" wird dem Hörer erstmal kraftvoll ein Beat vor die Nase geknallt. Auf die Melodie des Klassikers spittet Steele mit seiner gewohnt tiefen Stimme seine schlagkräftigen Rhymes. "Mr Smif and Mr Wessun, where you been at lately? - On the grind, gettin mine, you know these streets is crazy". Mit einem erstklassigen Banger macht das Album dann auch gleich weiter, Tek und Steele bringen dem Hörer "The truth", wobei X-Ecutioner Roc Raida beim Beat die dumpfen Drums mit seinen kunstvollen Scratches mischt. "This is fo' the Smif-N-Wessun lovers / Who know us as Cocoa Brovaz". Bei diesem Sound werden auch die Non-Believers zu lovers.
Auf die coolste Art und Weise geht es weiter. "I got somethin for that ass, stop stuntin' on my cash / Get a slug up in yo head, or a boot up in yo ass / Say what, say what, nigga my timbz do work", so der Chorus auf "My timbz do work". Erfreulich auch dass es das zweite Duo der Boot Camp Clik zu hören gibt, Ruck und Rock alias Heltah Skeltah. Auf den eher verhaltenen und doch mit Nachdruck wirkenden Beat kann man sich komplett dem Vierergespann hingeben. "Say what, say what, nigga my timbz do work / You can ask Jesus Christ, I take my timbz to church". Kann unweigerlich nur von Sean Püü kommen.
Feucht-fröhlich trudelt der nächste Track ein, der gleich mal eine weitere Bombe eines Beats sein Eigen nennen darf. Der erste Beitrag von Khrysis ist ein ausgeklügeltes Kunstwerk. Dazu noch ein astreiner Refrain und "Gunna rap" ist perfekt. "Nigga, this ain't no comeback, we never left where we live at". Der erste Beat der Beatminerz ist ebenfalls ein starkes Stück, neben dem durchgehend summenden Sample sind es vor allem die Beatminerz-typischen, stampfenden Drums, die hier den Ton angeben und "Toolz of the trade" zu einem weiteren Hochkaräter machen. Hier ist es Tek, der die einprägsamste Line zu bieten hat: "One bitch, her ass was plump / Nickname China shotgun, nigga used to love how she pumped".
Damit wäre das Album bei Khrysis' zweitem Beitrag, "Sick 'em son", das neben den vorangegangen Tracks zwar etwas blass wirkt, jedoch auch seine Reize hat, schließlich hat Khrysis hier alles andere als einen zweitklassigen Beat an den Mann gebracht. Doch er geht eindeutig unter gegenüber dem nächsten Monster. "War" ist der Anthem des Albums, und wird die ersten 20 Sekunden von einem Beat eingeleitet, der sich in seiner ganzen Rohheit auch ausgezeichnet auf voller Länge gemacht hätte. Doch der Rhythmus, der anschließend von böse einschlagenden Drums angegeben, und durch Streicher veredelt wird, ist mindestens genauso gut. So grimey kennt man den BCC-Sound. "I been patiently waiting, for the appropriate moment / to expose what I'm holdin' / The realest shit ever quoted / When we came it was noticed, by the people was voted / The best doer to do it, the Source Magazine wrote it / It was good for a moment, then the industry hated / Said we too hard for the radio, DJs wouldn't play it / But they couldn't deny it, cause the neighborhood loved us / Smif-N-Wessun's the truth, do what we do for the public". So hört sich ein klassischer, grimmiger Part von Steele an. Und bei dem Titel "War" darf natürlich ein Sample von Prodigy aus "Survival of the fittest" nicht fehlen.
Trotz der Combo aus SNW und Dead Prez wird "Warrior'z heart" oft als einer der schlechteren Tracks des Albums gerügt. Und leider kann man dem nichts entgegenhalten, denn so solide dieses Stück auch ist, wird es doch recht schnell langweilig. Sehr ungewohnte Klänge schlagen der Hörerschaft auf "Here I stand" entgegen, das gepitchte Sample wirkt zuerst äußerst aufdringlich, doch sobald man sich daran gewöhnt hat, und den etwas vom Normalsound des Albums ausscherenden Track akzeptiert, ist er durchaus vertretbar, genauer gesagt sogar richtig gut.
Anders bei "City of godz", bei dem die dumpfen Drums unpassend wirken, der Beat zu überdreht und hektisch und bei dem auch Buckshot den unangenehmen Beigeschmack nicht verhindern kann. Eindeutig zuviel des Guten, was Coptic hier in seinem Beat auftischt. Da freut es doch das HipHop Herz, wenn es großartigen Beatminerz-Sound in Form von "U understand me" zu hören bekommt. Der lockere Beat zusammen mit Tony Touch vermittelt eindeutig einen Hauch Mittelamerika. Und Steele's Einstiegs-Line hat fast schon Klassiker-Status verdient: "Qué pasa? Who's that, steppin' in la casa? The general, do it for la raza".
Ein BCC-Posse-Track is fast schon Pflicht, was "Get back" auch seine Existenzberechtigung gibt. Doch beat-mäßig macht der Song nicht viel her, einzig die Raps sind hier hörenswert. Anschließend spannt das Album die zwei unscheinbarsten Tracks hintereinander ein, die jedoch beide bei genauerer Hörbetrachtung sehr gut sind. "A hustler's prayer" besticht mit seinem gut eingebauten Sample und den dominirenden Snares, wohingegen "PNC boyz" mit einem komplexen Sound-Gebilde von Coptic die Köpfe zum Nicken bringt. Doch wartet ein absoluter Höhepunkt nochmal zum Schluss. "We came up" hat den wohl besten Beatminerz-Beat des Albums, und zusammen mit Talib Kweli wird Rap vom Feinsten zelebriert, wobei sich vor allem Tek mit seinen Raps hervortut.


Fazit:
Manchen Fans mag das Album nicht gefallen, weil es zu wenig der alte Sound ist. Doch das letzte Album vor diesem ist 7 Jahre älter, und unter diesem Aspekt kann man nur sagen dass sich auch Smif-N-Wessun, ebenso wie der Rest der Boot Camp Clik, gut weiterentwickelt haben. Und verglichen mit dem 2 Jahre später an den Start gehenden "The Album" wird hier noch bester Street-Sound geboten. Auch wenn es durchaus der schlechteste Teil der 2005er Trilogie ist.

Gesamtwertung: 8.5 / 10

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