Montag, 22. Oktober 2007

Special Teamz - Stereotypez


Tracklist:
1. Get Down
2. Three Kingz
3. Stereotypez
4. Boston to Bucktown feat. Sean Price & Buckshot
5. Classical
6. Main Event
7. Long Time Comin feat. Devin The Dude
8. Home 2 feat. JY, Twice Thou, Akrobatik, Frankie Wainwright & Dre Robinson
9. Clap Your Handz
10. Story of My Life feat. JY
11. Fallen Angelz feat. D Guest
12. One Call
13. Fight Club
14. Dirty Money feat. Ill Bill
15. Pushaman
16. Race Riot
17. Gun in My Hand feat. Jamey Jasta (of Hatebreed)

Release: 25. September 2007
Label: Duck Down



Special Teamz ist ein Zusammentreffen von 3 äußerst talentierten MCs aus Boston. Da wäre einerseits Edo. G, ein alter Hase im Rapgame. Ihm zu Seite stehen Slaine, auch bekannt von Ill Bill's Supertruppe, La Coka Nostra, und Jaysaun, der sich mit den Kreators schon einen Namen gemacht hat. Für ihr Debut-Album, "Stereotypez" wählen sie Duck Down als Label, Synonym für guten Street-HipHop.

Dementsprechend legt das Album auch los, der Aufruf "Get down" fällt zu diesem bombigen Beat nicht schwer. Young Cee fährt tiefe Hörner und altgewohnte Drums auf, um dieses Album schon auf Track 1 voll in Fahrt zu bringen. So sollte ein Album starten. Und so wie "Three kingz" sollte es weitergehen. Wieder liefert Young Cee einen Monster-Truck von einem Beat. Edo. G spittet gut wie eh und je: "You all talk like you shit face / We make records, you faggots make mixtapes". Und weiter im Refrain: "We are Bean Town royalty, there is none higher". Bei diesem Beat kann man sich diese Ansage erlauben.
Das Album legt mit dem Titeltrack, "Stereotypez", inhaltlich zu, doch der Beat ist etwas zu übertrieben. Die Melodie kann schnell nervig werden. Im Gegensatz dazu sind die Lyrics erste Sahne, Edo & Co. rappen über Stereotypen aller Art, Farbe, Nationalität oder sozialer Schicht. "Who told these Puerto Ricans, they can show up at the party? Talkin spanish fast, sellin coke to everybody" ... "Niggas got big lips and afros, and every police is assholes - Stereotypez!".
Sehr entspannte Sounds schallen dem Hörer dann auf "Boston to Bucktown" entgegen, auf dem die BCC-ler Sean P und Buckshot mit von der Partie sind. Geht gut runter. Ebenso "Classical", mit Lil Fame-Sample im Refrain. Die typischen Bass-triefenden Sounds von DJ Premier gibt es auf "Main event" zu hören, das trotzdem nicht zu den besten Tracks des Albums gehört, was gerade an Primo selbst liegt. Ein Feature von Devin The Dude scheint hier sicherlich eher unpassend, doch der Mann macht sich recht gut im Refrain. "Long time commin'" nimmt sich eine gehörige Portion von Devin's Relax&Smoke-Charme, der vom Beat unterstrichen wird.
Mit "Home 2" wird eine ganze Palette an Boston-MCs aufgefahren, um an die 2001er Compilation anzuspielen. Besonders Akrobatik kann sich als renommiertester Gast positiv hervortun. Auch JY macht seine Sache im Refrain gut. Der beste Track des Albums sitzt dann jedoch genau in der Mitte und nennt sich "Clap your handz", für den auf ein neues Young Cee (welcher somit die 3 besten Tracks des Albums produziert hat - Respekt) verantwortlich ist. Mit schweren Drums und einem sehr gut passenden Sample zwingt er den Hörer, das Volumen hochzuschrauben.
Äußerst schade, dass darauf gleich der Aussetzer #1 folgt. Auf "Story of my life" wünscht man sich JY lieber stumm oder sonstwo als in der Hook, und auch der Beat klingt eher nach T-Pain als nach HipHop. Doch es scheint nur ein Aussetzer zu sein, denn "Fallen angelz" bietet elektrische Klänge von Jake One auf, die die Lautsprecher wieder zum Kochen bringen.
Einen guten Eindruck hinterlässt auch "One call", wobei sich Marco Polo in gewohnt guter Producer-Form zeigt. Nicht so agrresiv wie man erwarten würde startet anschließend der "Fight club" mit einem Beat von MoSS (der Mann, der Big Shug's "Street Champ" fast im Alleingang produziert hat). Die ruhige Piano-Line, die die Melodie gibt, ist voll gelungen und passt hier sehr gut ins Album. "Dirty money" klingt wieder sehr nach Young Cee, und tatsächlich ist dies sein vierter und letzter Beitrag zum Album, der ebenfalls ausgezeichnet ist. Ill Bill tut das Seinige um den Track zu veredeln.
Noch eine Stufe besser kommt es mit "Pushaman", der mit sehr aufdringlichem, aber perfekt passendem Piano überzeugt, und sich zu den besten Tracks des Albums gesellt. Selbiges gilt dann gleich auch für "Race riot", das mit seinem Sample und den anderen musikalischen Komponenten perfekt zum Titel passt. "This is Hip Hop music that we blastin, right / This is one world splitted and we black and white / This is our world now when we pass the mic / This is our race riot, we don't have to fight / Put yo fist in the air if you're down with us / Put yo first in the air it's our round to bust / Cause look around this must have been what he seen / When Martin Luther King had a dream", so der sehr mitreißende Refrain.
Der Bonus Track, "Gun in my hand", wird hier mal außer Acht gelassen, da er mehr die Metal-Schiene fährt und außerdem als recht misslungen gewertet werden kann.


Fazit:
Solide gutes Album. Unter die zahlreichen guten Songs, die auf Stereotypez die Grundlage bilden, gesellen sich einige ordentliche Höhepunkte. Der eine, einzige Aussetzer ist auch zu verkraften. Somit vielleicht nicht gerade eines der besten Alben des Jahres, auch kein besonders innovatives Teil. Doch wer schon immer die Musik dieser 3 Jungs mochte, oder einfach mit einem guten Eastcoast Album zufrieden ist, liegt hier goldrichtig.

Gesamtwertung: 7.7 / 10

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