Dienstag, 23. Oktober 2007

Access Immortal - Shades Of Reality


Tracklist:
1. Intro
2. Authentic Made feat. Smiley Da Ghetto Child, Breez Evahflowin
3. Resident Evil
4. Get What You Deserve feat. Substantial, Karniege, Breez Evaflowin
5. Born In The Ghetto
6. Some Days feat. Wordsworth
7. Life Is Dirty
8. Strugglers Paradise feat. Insight
9. My Testimony
10. The General
11. Force Of The Rush feat. Loer Velocity, Oktober
12. Bust My Gun
13. Monday Night Raw
14. Best Kept Secret feat.Young Sin, Karniege
15. Lost In Paradise
16. Shallow Graves feat. Science
17. Outro

Release: 12. Juli 2005
Label:
Early Spotter



Access Immortal scheint wie einer von vielen Artists aus New York. Doch dem ist nicht so. Nachdem er sich einen Namen in der lokalen Szene verschafft hat, schließt er sich mit 9th Wonder zusammen, um das Street Album "9th Gate" zu veröffentlichen. Schon dort bekommt man zu hören, dass Access es keines Falls nötig hat, irgendetwas anderes als besten New York Sound an den Mann zu bringen, nicht etwa south-beeinflussten Hip-Pop. 2005 darf die Welt dann gespannt auf sein Debut-Album warten, "Shades Of Reality".

Schon das Cover lässt besten Sound erwarten. Und nachdem Smiley The Ghetto Child schon das Intro spricht, rappt er auch gleich den ersten Verse auf "Authentic made". Das kann jedoch mit seiner Piano-Line und Parts 2 von Access und 3 von Breez derart überzeugen, dass man nicht groß Zeit hat, sich die Frage zu stellen, warum Access hier nicht selbst als erster zum Mic gegriffen hat. "Resident evil" beglückt den Hörer abwechselnd mit Streichern und Bläsern, und auch wenn die Hook etwas neben dem Ton klingt, hat man hier ansonsten einwandfreie Kost vor sich.
"Get what you deserve" bedient sich für den Chorus eines Samples von Rap-Gott Guru, der über einen sehr dreckigen Beat von gleich drei Gästen beerht wird. Zum bisherigen Höhepunkt gelangt das Album mit "Born in the ghetto". Dieses bedient sich eines äußerst minimalistischen Beats: verhaltene Drums, eine traumhafte Piano-Line und ein paar Scratches für den Refrain. So wurde NY-Sound berühmt. Und Access schafft einen äußerst atmosphärischen, fast schon schwermütigen Track, dem man gerne zuhört. "My mouth is the gun, my arm is the clip / The game is my wife, the money's my bitch / The bitch is diseased, she makin' me sick".
Sehr ordentlich geht es danach weiter, "Some days" hätte sehr gut auf Wordsworth's eigenes Debut-Album von 2004 gepasst, da es dank seiner Hook sehr viel von seinem (stimmlichen) Charme abbekommen hat. Äußerst entspannend erschallt anschließend "Life is dirty", bei dem ACS' Stimme perfekt zur ruhigen Stimmung passt, jedoch gar nicht zu den mehr gesellschaftskritischen Lyrics. Man muss nur den Refrain anhören um zu wissen, dass Access hier nicht vom entspannten Leben und ein bisschen Gras zum Rauchen erzählt: "Life is fucked up and always gon' be that way / But we don't study for tomorrow cause we feelin the day".
Genau das gleiche gilt für "Struggler's paradise", das zusätzlich noch einen ausgezeichneten Gastauftritt von Insight zu bieten hat, dank des etwas schwächeren Beat jedoch hinter seinen vorangegangenen Tracks zurückbleibt. Vanderslice brettert mit "My testimony" wieder einen perfekt zu Access passenden Beat, den dieser mit seinem Flow veredelt. Seine eigene Hymne und gleichzeitig wohl besten Track des Albums leifert Access dann jedoch mit "The general". "What's my motherfuckin' name? A dot, what? C dot, what? S dot." So sollte sich ein Kopfnicker anhören.
Das Album scheint jetzt erst voll in Fahrt gekommen zu sein. Das nächste Brett eines Beats wird dem Hörer mit "Force of the rush" vorgeworfen, bei dem außerdem 2 außergewöhnlich gute Features mit am Start sind. Vor allem Loer Velocity kann im ersten Verse mit seiner hellen und ungewöhnlich rauchigen Stimme den Track zerlegen. Unterm Strich beweisen Access, Loer Velocity und Oktober, dass sie ein sehr dynamisches Trio abgeben. Next Track: "Bust my gun", und wieder ein Edelstück. "I ain't a nigga at all, I'm a motherfuckin' soldier boy...".
Nachdem Access mit "Monday night raw" noch einen starken Track nachschiebt, folgt ein richtiger Kracher. Man möchte zu Beginn des Track meinen, man befindet sich in MF Doom's Kräutergarten, doch "Best secret kept" ist eiskalter Street-Sound und bietet für Karniege's düstere Raps genau die richtige Grundlage. Sehr langsam schiebt sich danach "Lost in paradise" in die Gehörgänge, das durch weibliche Vocals äußerst atmosphärisch und wie schon "Born in the ghetto" fast schwermütig gerät.
Zum Ende hin serviert ACS noch einen Hochkaräter in Form des sehr ernsten "Shallows graves". Es folgt noch das Outro. Und Ende... Falsch. Access hebt sich einen der besten Tracks des Albums bis zum Ende auf, wenige Sekunden nachdem das Outro ausgeklungen ist, erwartet den Hörer noch ein versteckter Track. Dieser Beat in Kombination mit Prodigy-Sample im Chorus brennt nochmals alles nieder, was noch steht. So, nun Ende.


Fazit:
Access Immortal serviert den alten NY-Sound neu. So farblos kann man es natürlich auch formulieren, doch ACS schafft es, dies auf eine alles andere als langweilige Tour zu meistern, sein Album stimmig und geschlossen zu halten, und mit ein paar sehr starken Beats auch den Langzeit-Spaß zu garantieren. So kann alter Sound auch noch heute klingen.

Gesamtwertung: 8.4 /10

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dieses Album ist definitiv auch heute (08.07.08) noch ein must have!
Highest Level NY Sound!

Greets,
Conspiracies